ARD Chef hält Verkaufscharts für nicht relevant

Gestern brach eine Diskussion über die aktuelle Nummer 1 in Deutschland „Call My Name“ und das Sendeverhalten der öffentlich rechtlichen Radiosender los. Während die ARD behaupte, die aktuelle Nummer 1 von Pietro Lombardi sei genug im Radio vertreten und darauf hinweise, dass es „Call My Name“ auch schon von den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten gespielt wurde, halten die Gegner schon sehr krasse Zahlen als Gegenbeweis dagegen.

In einem Interview mit der Bild sagte Wolfgang Schmitz, WDR-Hörfunk-Direktor und Vorsitzender der ARD-Hörfunk-Kommission, etwas sehr interessantes und das hat mich dann doch schon verwundert.

Auf die Frage der Bild:

BILD: Trotzdem: Die größten ARD-Radios senden den Song nicht. Aber ist es nicht der Auftrag eines gebührenfinanzierten Radios, die zwei derzeit beliebtesten Lieder Deutschlands auch zu spielen?

Antwortet der Herr Schmitz folgend.

Schmitz: „Gebührenfinanziertes Radio ist unabhängig. Titel werden gespielt, wenn sie zu den jeweiligen redaktionellen Auswahlkriterien einer Radiowelle passen. Das gilt für Songs internationaler Pop-Stars ebenso wie für deutsche Produktionen – egal von wem. Außerdem: Die Verkaufszahlen der aktuellen Charts sind im Verhältnis zu unseren 39 Millionen Radiohörern so gering, dass diese nicht unbedingt etwas über die Beliebtheit eines Künstlers aussagen.“

Der erste Teil der Antwort ist klar und das ist auch gar nicht Thema, auf einem Klassiksender möchte natürlich keiner den Titel „Call My Name“ hören aber wie können unsere Verkaufscharts in Deutschland als nicht relevant eingestuft werden?

Ganz einfach. Zuerst trennt man die Zielgruppen um die Vielfalt der Hörer zu zeigen und im nächsten Schritt schmeißt man dann wieder alle in einen Topf, um zu zeigen, dass die Verkaufscharts überhaupt keine Relevanz im Vergleich zu der Hörerzahl haben.

Auf einmal sind dann die Damen und Herren von der Schlagerwelle auch für unsere Verkaufscharts interessant.

Warum trennt unser guter Herr Schmitz zuerst die Hörer der Radioanstalten um ein Argument gegen Pietro Lombardis Song zu haben, nur um dann im letzten Satz wieder die gesamten Hörer anzuführen, um die Nichtigkeit der Charts darzustellen.

Hier legt sich der Herr Schmitz seine Zahlen auch so zu recht, wie es ihm gerade passt.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Eure Lola Monza

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